Die auditive Wahrnehmungsstörung


Für das gute Verstehen von Sprache ist es zunächst notwendig, dass das Sinnesorgan Ohr (das "periphere Gehör") in Ordnung ist. Darüberhinaus muss aber auch die weitere Verarbeitung des Sprachsignals im Gehirn ("zentrale Verarbeitung") funktionieren. Es ist ein weiter Weg vom Hören bis zum Verstehen von Gesprochenem. Bei vielen Kindern (und auch Erwachsenen) liegt dabei das eigentliche Problem. Wir nennen es: "zentrale Hörstörung" oder auch "Audititve Verarbeitungs- und Wahrnehmungs­störung" (AVWS).

 

Die betroffenen Kinder können normal funktionierende Ohren haben und dennoch haben sie Probleme beim Hören.

 

Eltern und Lehrer bemerken,

  • dass diese Kinder manche Laute nicht gut unterscheiden können,
  • das sie verzögert auf Aufforderungen reagieren,
  • dass sie durch Umgebungsgeräusche leichter ablenkbar sind und sich nicht so lange auf Sprache konzentrieren können,
  • dass sie oft undeutlicher oder weniger gern sprechen als andere Kinder,
  • dass Ihnen das Lesen und das Rechtschreiben schwer fällt,

Probleme wie Legasthenie und das sogenannte Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom können mit einer Auditiven Wahrnehmungsstörung zusammenhängen.

 

Wie kann man die Auditive Wahrnehmungsströrung diagnostizieren ?

Die Diagnose erfolgt mit standardisierten Tests. Die Testung ist aufwändig und kann eine bis zwei Stunden dauern.

Es werden dabei viele unterschiedliche Teilfunktionen der Hörverarbeitung geprüft: z.B. Tonhöhenunterscheidung, Kurzzeitgedächtnis, Richtungshören, Lautunterscheidung, Zeitauflösung etc.

 

Die Testung und Beratung kann an erfolgen:

  • bei Mag. Susi RADMAN, 3423 St.Andrä/Hagenthal, Königstetterstr. 39, Tel.: 02242/38850, www.susi-radman.at
  • in der Praxis f. angewandte Pädagogik, Steinerg. 26, 1230 Wien, 0676/6312374 www.pädprax.at
  • an der Beratungsstelle an der Schwerhörigenschule Wien, 1220 Wien, Hammerfestweg 1, Tel.: 01/282 5804
  • im SPZ Perchtoldsdorf, Tel.: 01/8658042

Wie kann man die Auditive Wahrnehmungsstörung behandeln?

Auditive WahrnehmungDie Behandlung erfolgt in Form eines Trainings­programmes, das auf das einzelne Kind zugeschnitten ist.

Schwerpunkt ist das Hörtraining zu Hause mit einem kleinen Gerät über Kopfhörer; unterschiedliche Programme aktivieren die Hörbahn.

Weiters gibt es z.B. das Lateraltraining: dabei wird Sprache im rhythmischen Wechsel zwischen rechts oder links angeboten.

Die benötigten Geräte können gekauft oder für einen bestimmten Zeitraum gemietet werden.

 

Was kann durch das Training erreicht werden?

 

Das Kind soll

  • auditiv aufmerksamer werden, besser verstehen auch bei Umgebungsgeräuschen,
  • Dinge nicht mehr so schnell vergessen,
  • links und rechts besser unterscheiden,
  • und Stimmen im Raum besser orten können.